Das Bonaforther Nadelwehr ist restauriert
Nach umfangreichen Arbeiten ist die Restaurierung des Bonaforther Nadelwehrs abgeschlossen. Mit vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden, der Unterstützung mehrerer regionaler Betriebe und Einrichtungen sowie einer Mikroförderung des Landes Niedersachsen konnte das Denkmal vor dem weiteren Verfall bewahrt werden.
Organisiert wurde die Restaurierung von Steffen George vom Trägerverein Bonaforther Dorfgemeinschaftshaus e. V. Gemeinsam mit freiwilligen Helferinnen und Helfern und den beteiligten Fachbetrieben konnte das Projekt in diesem Jahr umgesetzt werden.
Von der Idee zur Restaurierung
Bereits 2025 hatte der Trägerverein Bonaforther Dorfgemeinschaftshaus e. V. gemeinsam mit freiwilligen Helferinnen und Helfern beschlossen, das Nadelwehr zu restaurieren.
Erste finanzielle Unterstützung für das Vorhaben kam vom Landkreis Göttingen, der aus Mitteln des Dorf-Budgets 500 Euro zur Verfügung stellte, sowie von der Calenberg-Grubenhagenschen Landschaft, die das Projekt mit 600 Euro unterstützte. Damit standen bereits zu Beginn wichtige Mittel für die Restaurierung zur Verfügung.
Die alten hölzernen Nadeln waren inzwischen stark verwittert. Mit eigenen Mitteln beschaffte der Verein deshalb zunächst neue Hölzer. Unterstützt wurde das Vorhaben dabei von der Firma Weddig – Holz- und Baustoffhandlung e. K. Die BBS Berufsbildenden Schulen Münden übernahmen anschließend die Bearbeitung der Hölzer zu neuen Nadeln.
Das Nadelwehr vor Beginn der Restaurierungsarbeiten.
Beim Ausbau der alten Nadeln zeigte sich allerdings, dass nicht nur das Holz erneuert werden musste. Auch die Beschläge waren stark vom Verfall betroffen und konnten zu großen Teilen nicht mehr verwendet werden. Damit wurde die Restaurierung wesentlich aufwendiger als zunächst gedacht.
Mikroförderung ermöglichte die Fortsetzung
Im März 2026 bewarb sich der Trägerverein deshalb mit dem Projekt um eine Förderung des Landes Niedersachsen. Mit Erfolg: Das Nadelwehr-Projekt erhielt eine Mikroförderung in Höhe von 2.400 Euro.
Damit konnten die notwendigen weiteren Arbeiten in Angriff genommen werden. Die Tischlerei Drebing aus Hann. Münden übernahm die Nachbearbeitung und Veredelung der neuen Nadeln. Einen wichtigen Anteil an der Restaurierung hatte außerdem FMS Metallbau- und Stahlbau aus Meensen mit der aufwendigen Rekonstruktion der Beschläge.
Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen waren, verzögerte sich die endgültige Umsetzung zunächst noch durch Urlaubszeiten und andere Schwierigkeiten. Das Niedersächsische Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung verlängerte daraufhin den vorgesehenen Zeitraum für die Fertigstellung des Projekts.
Viele Arbeitsstunden am Nadelwehr
Dann konnte die eigentliche Arbeit vor Ort beginnen. Zunächst wurden der Sockel und das Umfeld von Bewuchs, Schmutz und Ablagerungen befreit.
Der Sockel wurde gründlich gereinigt und die verwitterten Fugen wurden erneuert.
Das Fundament, das sich ursprünglich im Flussbett befand, besteht aus Natursteinen der Region. Die verwitterten Fugen wurden erneuert, damit sie künftig besser gegen Auswaschungen geschützt sind und nicht so schnell wieder zuwachsen.
Auch das Gestell des Nadelwehrs wurde aufgearbeitet und erhielt einen neuen Schutzanstrich.
Das aufgearbeitete Gestell mit seinem neuen Schutzanstrich.
Neue Nadeln und rekonstruierte Beschläge
Die neuen hölzernen Nadeln wurden nach dem historischen Vorbild angefertigt. Eine besondere Herausforderung waren die stark beschädigten alten Beschläge. Sie mussten rekonstruiert und neu angefertigt werden. Zum Schutz vor Korrosion wurden die neuen Beschläge galvanisiert.
Die vorbereiteten Nadeln vor dem Transport zum Nadelwehr.
Montage vor Ort
Nach der Aufarbeitung des Gestells konnten die originalgetreu nachgefertigten hölzernen Nadeln montiert werden. Stück für Stück entstand so wieder das charakteristische Erscheinungsbild des Nadelwehrs.
Die neuen Nadeln werden am restaurierten Gestell montiert.
Nach vielen ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden war es schließlich geschafft.
Das Bonaforther Nadelwehr nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten.
Ein Stück Bonaforther Geschichte bleibt erhalten
Das Nadelwehr erinnert an eine Zeit, in der Flüsse im Zuge der Industrialisierung technisch verändert wurden, um sie für Menschen, Verkehr und Wirtschaft nutzbar zu machen. Als erhaltenes technisches Denkmal macht es einen Teil dieser Geschichte bis heute sichtbar.
Dass dieses Stück Bonaforther Geschichte erhalten werden konnte, ist dem gemeinsamen Engagement vieler Beteiligter zu verdanken.
Der Trägerverein Bonaforther Dorfgemeinschaftshaus e. V. bedankt sich bei allen freiwilligen Helferinnen und Helfern, beim Landkreis Göttingen, bei der Calenberg-Grubenhagenschen Landschaft, bei der Firma Weddig, den BBS Berufsbildenden Schulen Münden, der Tischlerei Drebing und FMS Metallbau- und Stahlbau sowie beim Land Niedersachsen für die Unterstützung durch die Mikroförderung.